„HeimVorteil“ allein schafft keine bezahlbaren Mieten!

Klare wohnungspolitische Priorität gefordert

Zum Start der Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg fordern der Deutsche Mieterbund Baden-Württemberg (DMB BW) und der Deutsche Gewerkschaftsbund Baden-Württemberg (DGB BW) die künftigen Regierungspartner auf, der Wohnungsfrage endlich den Stellenwert zu geben, den sie für Millionen Menschen im Land längst hat.
Bezahlbares Wohnen ist eine soziale Grundfrage und eine zentrale Voraussetzung für Zusammenhalt, Fachkräftesicherung und wirtschaftliche Stabilität im Land.

Mit dem Programm „HeimVorteil BW“ setzen die potenziellen Koalitionäre einen deutlichen Schwerpunkt auf die Wohneigentumsbildung und die Erstattung der Grunderwerbsteuer für Familien. „Es ist zwar lobenswert, Familien beim Ersterwerb zu unterstützen, doch das löst die Krise auf dem Mietmarkt nicht“, erklärt Winfried Kropp, stellvertretender Landesvorsitzender des Mieterbundes. „Die große Mehrheit der Menschen im Land, insbesondere in den Ballungsräumen, ist auf bezahlbaren Mietwohnraum angewiesen. Ein Fokus auf Eigentumsförderung geht an der Lebensrealität derer vorbei, die keine Rücklagen für einen Immobilienkauf haben“, bestärkt Maren Diebel-Ebers, stellvertretende Landesvorsitzende des DGB.

Die Koalition darf sich deshalb nicht mit einzelnen Maßnahmen begnügen, sondern muss ein wirksames wohnungspolitisches Gesamtpaket vorlegen.

Der Deutsche Mieterbund Baden-Württemberg hatte zur Landtagswahl einen konsequenten Kurs für mehr bezahlbaren Wohnraum und mehr Mieterinnen- und Mieterschutz gefordert. Dazu gehören vor allem eine deutliche Stärkung des sozialen Wohnungsbaus, mehr Landesmittel für den Neubau bezahlbarer Wohnungen, die wirksame Bekämpfung von Zweckentfremdung und spekulativem Leerstand sowie eine rechtssichere und praxistaugliche Mietpreisbremse mit einer Gebietskulisse, die die tatsächliche Wohnungsmarktlage abbildet.

Auch die wohnungspolitischen Positionen des DGB BW zeigen die Richtung deutlich:
„Gute Arbeit braucht gutes und bezahlbares Wohnen. Wenn Mieten immer stärker steigen, geraten Beschäftigte mit mittleren und niedrigen Einkommen unter Druck, werden Wege zur Arbeit länger und verschärfen sich soziale Ungleichheiten“, erklärt Maren Diebel-Ebers.

Eine verantwortliche Landesregierung muss deshalb Wohnungsbau, Mietenbegrenzung, kommunale Boden- und Wohnungspolitik sowie den Schutz vor Verdrängung zusammen denken.

Diese Forderungen müssen jetzt in den Koalitionsvertrag einfließen. Der Deutsche Mieterbund und der DGB erwartet von den Koalitionären ein klares Signal:

Baden-Württemberg braucht mehr bezahlbaren Wohnraum, mehr sozialen Wohnungsbau und einen wirksamen Schutz vor weiteren Mietsteigerungen. Wohnen darf nicht länger nur mitgedacht werden, sondern muss ein politischer Schwerpunkt der neuen Landesregierung werden. „Die Menschen im Land erwarten zu Recht konkrete Entlastung auf dem Wohnungsmarkt. Wer die Wohnungsfrage ernst nimmt, muss jetzt verbindliche Ziele für mehr bezahlbaren Wohnraum, mehr Sozialwohnungen und einen wirksamen Mieterschutz vereinbaren“, so Winfried Kropp.

Zentrale Forderungen

  • Klare Priorität für bezahlbares Wohnen im Koalitionsvertrag und im Handeln
  • Stärkung und massiver Ausbau der Wohnraumförderung
    Die Fördermittel des Landes müssen massiv aufgestockt werden. Das Land muss die Bundesmittel künftig mindestens im Verhältnis 1:1 kofinanzieren, um den Neubau bezahlbarer Wohnungen wieder attraktiv zu machen. Der Grundsatz der öffentlichen Wohnungsbauförderung muss lauten „möglichst viele Menschen sollen profitieren“, die Förderung des Geschosswohnungsbaus hat höchste Priorität.
  • Gründung einer Landeswohnbaugesellschaft
    Diese soll nicht nur selbst bauen, um den Wohnungsmarkt weiter anzuschieben, sondern Kommunen aktiv beim Aufbau eigener Bestände unterstützen und dauerhaft preisgebundenen Wohnraum schaffen.
  • Ausweitung des Mieterschutzes durch Neufassung der Gebietskulisse
    Eine Ausweitung der Gebietskulisse auf alle Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt ist zwingend erforderlich. Instrumente wie die Mietpreisbremse und die abgesenkte Kappungsgrenze müssen konsequent dort angewendet werden, wo Mieterinnen und Mieter unter Verdrängungsdruck stehen.
  • Ausbau des Bodenfonds „Landsiedlung Baden-Württemberg GmbH“
    Der Bodenfonds wird zu einem leistungsfähigen und nachhaltigen Instrument für den Wohnungsbau ausgebaut und weiterentwickelt. Dabei werden Grundstücke im Auftrag der Kommunen gezielt angekauft und vorrangig über Erbpacht an kommunale oder gemeinnützige Wohnungsbauunternehmen vergeben werden.

Koalitionsverhandlungen bieten die Chance für einen echten wohnungspolitischen Neuanfang. Wer den Mieterinnen und Mietern im Land gerecht werden will, muss jetzt mutig in bezahlbaren Wohnraum investieren. Deutscher Mieterbund und Deutscher Gewerkschaftsbund Baden-Württemberg erwarten ein kraftvolles Handeln der neuen Landesregierung für mehr bezahlbaren Wohnraum, damit Mieterinnen und Mieter im Land spürbar entlastet werden.

Pressekontakt:
Deutscher Mieterbund Baden-Württemberg e.V.
Olgastraße 77, 70182 Stuttgart
Telefon: 0711 / 23 60 60-0
E-Mail: info@mieterbund-bw.de
Internet: www.mieterbund-bw.de

Landesvorsitzender: Rolf Gaßmann

Landesgeschäftsführer: Olaf Kierstein-Hartmann

VR AG Stuttgart 1588

Pressekontakt:

Deutscher Gewerkschaftsbund
Bezirk Baden-Württemberg
Frau Jana Theis

Willi-Bleicher-Str. 20
70174 Stuttgart
Telefon: +49 711 2028-213 (Pressestelle)
Telefax: +49 711 2028-250
E-Mail: jana.theis@dgb.de

Das könnte Sie auch interessieren

Evaluation zum CO2-Kostenaufteilungsgesetz

Mieter tragen die HauptlastMieterbund fordert vollständige Kostenübernahme durch Vermieter ­­­Berlin, 16. April 2026 Mieterbund-Präsidentin Dr. Melanie Weber-Moritz: (dmb) Das Bundeswirtschaftsministerium hat gestern den Evaluationsbericht zum CO2-Kostenaufteilungsgesetz vorgelegt. Der Bericht bestätigt, was…
Erfahre Mehr

Wir beraten unsere Mitglieder persönlich

Umfassende Prüfung
Wir prüfen, ob alle Kostenpositionen korrekt sind, die Heizkostenverordnung eingehalten wird und die CO₂-Kosten korrekt aufgeteilt wurden.
Rechtsberatung
Wir beraten Sie, welche Schritte Sie einleiten können, wenn die Abrechnung fehlerhaft ist, und unterstützen Sie beim Widerspruch.
Ihre Vorteile als Mitglied
Als Mitglied des Mietervereins erhalten Sie eine kostenlose und kompetente Rechtsberatung in allen Miet- und Wohnungsangelegenheiten. 

Öffnungszeiten

Unsere Geschäftsstelle ist geöffnet von Montag bis Freitag
09:00 Uhr - 12:00 Uhr
Montag, Mittwoch, Donnerstag
14:00 Uhr - 17:00 Uhr

Mieterverein Heidelberg und Umgebung e.V.
Poststr. 46
69115 Heidelberg
06221 20473
beratung@mieterverein-heidelberg.de 

Cookies

Copyright © 2025 Mieterverein Heidelberg und Umgebung e.V. Alle Rechte vorbehalten.
Klaus Flock Telefon: 06221 / 1878127
Telefon. Sprechstunde: Mittwoch 15:00-16:00 Uhr
Fällt am 08.04. aus
Kristina Gellissen Telefon: 06221 / 1878123
Telefon. Sprechstunde: Montag 10:00-11:00 Uhr
Fällt am 30.03. aus
Simone Hartwig Telefon: 06221 / 1878118
Telefon. Sprechstunde: Freitag 11:00-12:00 Uhr
Fällt am 01.05. und am 08.05. aus
Krystian Hipp Telefon: 06221 / 1878126
Telefon. Sprechstunde: Dienstag 12:00-13:00 Uhr
Fällt am 21.04. aus, RA Eric Schuh übernimmt die tel. Sprechstunde
Malou Levedag Telefon: 06221 / 1878131
Telefon. Sprechstunde: Dienstags 11:00-12:00 Uhr
Fällt bis auf Weiteres aus
Aline Nowak Telefon: 06221 / 1878130
Telefon. Sprechstunde: Dienstag 09:00 - 10:00 Uhr
Fällt am 05.05. aus
Roland Obst Telefon: 06221 / 1878128
Telefon. Sprechstunde: Dienstag 13:00-14:00 Uhr
Fällt bis auf Weiteres aus
Eric Schuh Telefon: 06221 / 1878125
Telefon. Sprechstunde: Donnerstag 16:00-17:00 Uhr
Fällt am 23.04. aus, RA Krystian Hipp übernimmt die tel. Sprechstunde
Sigrid Schwab Telefon: 06221 / 1878122
Telefon. Sprechstunde: Mittwoch 13:30-14:30 Uhr
Fällt am 28.01. aus
Despina Triantou Telefon: 06221 / 1878124
Telefon. Sprechstunde: Donnerstag 15:00-16:00 Uhr
Fällt am 23.04. aus
Fritz Vollrath Telefon: 06221 / 1878121
Telefon. Sprechstunde: Montag 14:00-15:00 Uhr
Fällt am 20.04. aus