Sozialwohnungsbestand erreicht historischen Tiefstand

Mieterbund fordert deutlich mehr Investitionen in sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau und Entfristung von Sozialwohnungsbindungen

­­­Berlin, 16. Juni 2026

Mieterbund-Präsidentin Dr. Melanie Weber-Moritz:

(dmb) Der Deutsche Mieterbund (DMB) zeigt sich angesichts der aktuellen Zahlen der Bundesregierung zum Sozialwohnungsbestand besorgt. Trotz gestiegener Förderzahlen ist die Zahl der Sozialwohnungen auch im Jahr 2025 erneut gesunken. Während bundesweit 27.283 neue geförderte Mietwohnungen entstanden, fielen gleichzeitig 57.621 Wohnungen aus der Sozialbindung. Unter dem Strich gingen damit rund 20.000 Sozialwohnungen verloren. Dies verdeutlicht, dass der Neubau die Verluste durch auslaufende Bindungen nicht annähernd ausgleichen kann.

„Es ist alarmierend, dass trotz Aufstockung der Fördermittel der Bestand an Sozialwohnungen weiter zurückgeht und inzwischen einen historischen Tiefstand erreicht hat. Während bezahlbare Wohnungen vielerorts Mangelware sind, fallen Jahr für Jahr deutlich mehr Sozialwohnungen aus der Bindung als neu gebaut werden. Gleichzeitig plant die Bundesregierung Kürzungen beim Wohngeld, obwohl bereits jetzt fast die Hälfte der Mieterhaushalte zum unteren Einkommensdrittel gehört und durch ihre Wohnkosten massiv überlastet ist“, kritisiert die Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, Melanie Weber-Moritz.

Angesichts des enormen Bedarfs und des weiter schrumpfenden Bestandes reichen die bisherigen Fördermittel nicht aus. Nach Auffassung des DMB muss die Förderung des sozialen und bezahlbaren Wohnungsbaus deutlich ausgeweitet werden, um den dramatischen Mangel an preisgünstigen Wohnungen wirksam zu bekämpfen. Gleichzeitig müssen die befristeten Sozialwohnungen entfristet werden, um Sozialwohnungen dauerhaft als solche zu erhalten.

„Deutschland fehlen mittlerweile rund eine Million Sozialwohnungen. Der Rückgang beim Sozialwohnungsbestand lässt sich nur stoppen, indem die Fördermittel für den sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau weiter aufgestockt und die befristeten Sozialbindungen entfristet werden. Es muss gelten: Einmal Sozialwohnung, immer Sozialwohnung. Öffentliche Gelder müssen dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schaffen und dürfen nicht dazu führen, dass Wohnungen nach wenigen Jahrzehnten wieder dem freien Markt überlassen werden. Ebenso muss das Wohngeld als wichtige Unterstützung für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen erhalten und ausgebaut werden“, fordert Weber-Moritz.

Der DMB fordert ein von der Schuldenbremse ausgenommenes Investitionsprogramm für den bezahlbaren Wohnungsbau, um endlich mehr Sozialwohnungen und bezahlbare Mietwohnungen zu bauen. Bund und Länder müssen insgesamt 12,5 Milliarden Euro pro Jahr für den sozialen Wohnungsbau und den Bau bezahlbarer Mietwohnungen für Normalverdienende zur Verfügung stellen. Die Mehrwertsteuer sollte für den Neubau von Sozialwohnungen auf sieben Prozent abgesenkt werden oder ganz entfallen.

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