Im RNZ-Sommerinterview hat GGH-Geschäftsführer Peter Bresinski die Mieterhöhungen des städtischen Wohnungsunternehmens erläutert und Zahlen zur Bilanz 2025 vorgelegt. Der Mieterverein Heidelberg ordnet die Aussagen ein – und macht deutlich, wo aus seiner Sicht dennoch Handlungsbedarf besteht.
Die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz (GGH) hat 2025 einen Jahresüberschuss von 10,3 Millionen Euro erzielt, gegenüber 8,8 Millionen im Vorjahr. Der Wohnungsbestand wuchs auf 7.483 Einheiten. Geschäftsführer Peter Bresinski begründet den Gewinnanstieg im RNZ-Interview vor allem mit dem Verkauf eines leerstehenden Bürogebäudes und betont, dieser sei „nicht durch übermäßige Mieterhöhungen getrieben“. Die GGH benötige stabile Gewinne, um den Wohnungsbestand im Rahmen der „Strategie 2035″ auf 9.500 Einheiten auszubauen – ohne Zuschüsse der Gesellschafter.
Zu den Mieterhöhungen selbst erklärt Bresinski, die gesetzlich zulässigen 15 Prozent in drei Jahren seien nur bei einem geringen Teil der Wohnungen ausgeschöpft worden, die Erhöhung sei zudem freiwillig auf maximal einen Euro pro Quadratmeter begrenzt. Als Grund für die spürbaren Erhöhungen nennt er unter anderem einen neuen Mietspiegel mit deutlicher Entwicklung der Vergleichsmieten sowie zwei Jahre ohne Erhöhungen während Pandemie und Energiekrise. Bei den Nebenkosten verweist er auf gestiegene Gebühren, ausgelaufene staatliche Entlastungsmaßnahmen und Energiepreise, die sich dem Einfluss des Vermieters entzögen. Auf konkrete Kritikpunkte aus der Leserschaft – barscher Schriftverkehr bei Mieterhöhungen, ein monatelang defekter Aufzug in Bergheim, vier Business-Seats bei der TSG Hoffenheim – reagiert er mit Selbstkritik in Teilen (der Aufzug-Vorgang sei „nicht gut gelaufen“) und mit Verteidigung in anderen (die Logen-Plätze seien Teil „regionaler Verankerung und Beziehungspflege“).
Der Mieterverein Heidelberg würdigt zunächst, dass GGH-Mieterinnen und -Mieter sich auf einen vergleichsweise fairen Rahmen verlassen können. Erster Vorsitzender Sören Michelsburg: „Die GGH-Mieten sind im Vergleich zum übrigen Wohnungsmarkt niedrig und wirken dämpfend auf den Mietspiegel. Die letzten zum Teil starken Erhöhungen gefährden jedoch diese Wirkung.“ Auch die gestiegenen Nebenkosten seien kein GGH-spezifisches Versagen, sondern Ausdruck eines allgemeinen, marktweiten Problems.
Deutlich kritischer fällt die Bewertung bei Kommunikation und Mängelbeseitigung aus. Vorstandsmitglied Sahra Mirow: „Uns erreichen immer wieder Beschwerden über schleppende Mängelbeseitigung und einen zu barschen Ton der GGH. Wenn im Alltag der Service zu wünschen übriglässt, sind Mieterhöhungen nur schwer vermittelbar. Hier muss die GGH spürbar nachbessern.“
Das Ziel von 2.000 neuen Wohnungen bis 2035 begrüßt der Mieterverein ausdrücklich – jede zusätzliche GGH-Wohnung entlaste den angespannten Heidelberger Markt. Das dürfe aber nicht auf Kosten des Service gehen. Kritisch bewertet der Verein zudem das Engagement der GGH mit vier Business-Seats bei der TSG Hoffenheim. Michelsburg: „Angesichts der offenkundigen Probleme wäre es ein besseres Signal, wenn die städtische Gesellschaft dieses Geld in Heidelberger Vereine statt in Repräsentation in Hoffenheim investieren würde.“
Der Mieterverein Heidelberg bietet der GGH weiterhin den konstruktiven Austausch an.
Quelle: Holger Buchwald, „So rechtfertigt GGH-Chef Bresinski die Mieterhöhungen“, Rhein-Neckar-Zeitung, 02.09.2026.
Bild: KI-generiert, Mieterverein Heidelberg

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